Luxushotel oder Krankenhaus?

Luxushotel oder Krankenhaus? – Die erste Frage, die sich uns im Bumrungrad International Hospital stellte, war: „Sind wir hier richtig oder haben wir uns ausversehen im Hilton Hotel eingebucht?“ Als wir nachfragten, ob wir hier wirklich im Krankenhaus waren, und man uns lächelnd bestätigte, dass das korrekt wäre, kamen wir gleich zu unserer zweiten Frage. „Was zur Hölle macht ein Concierge in einem Krankenhaus?“
Die Verwirrung stand uns förmlich ins Gesicht geschrieben und so schlichen wir etwas verunsichert durch die Gänge, um die anfänglichen Formalitäten zu klären. Aber als wir die kostenlose Saft- und Wasserbar im Wartezimmer entdeckten, legte sich auch bei uns die Anspannung.

Zwei Untersuchungen standen mir bevor. Zuerst nur ein kurzer Check-up und dann als Svens Eltern bereits wieder auf dem Heimweg waren, unser zweiter großer Ultraschall. Während wir noch in Singapur verhätschelt und vertätschelt wurden, schien hier mehr Eigeninitiative gefordert zu sein. Die übliche Gewichts- und Blutdruckuntersuchung war schnell gemacht, jedoch war der erste Besuch beim Arzt etwas holprig. Der Arzt schien von uns, meinen Was-würde-der-Arzt-in-Deutschland-machen-Listen und dem eigenhändig übersetzten Mutterpass vollkommen überfordert zu sein. Als er uns fragte, warum wir denn eigentlich hier wären, merkte ich, dass unsere Kommunikation etwas gelitten hatte. Ganz langsam erklärte ich ihm, was ich von ihm wollte, aber er schien in eine Art Wachkoma übergegangen zu sein. Jetzt reagierte er nur noch auf Anweisung. So wurden kurz die Herztöne gecheckt, ein neuer Termin ausgemacht und wir ließen den armen Mann wieder in Ruhe.

Unser zweiter Besuch sollte dann endlich die Qualität des Arztes und des Krankenhauses unter Beweis stellen. Jetzt schien der Herr Arzt vollkommen wach und im Bilde zu sein. Ohne lange Rede ging es nach allen Voruntersuchungen auf den Ultraschalltisch und in einer atemberaubenden Geschwindigkeit zeigte er uns gezielt, was wir wissen und sehen wollten. Es wurde gemessen, was die Ultraschallkugel hergab. Kopf, Bauch, Gliedmaßen waren in den gewünschten Größen anzufinden. Die kleine Krabbe zeigte eine Größe von nun schon 13,8 cm. Beinchen, Ärmchen und Köpfchen zappelten fröhlich umher, worüber sich der sonst introvertierte Arzt nun sichtlich freute. Jetzt war er entfesselt: Blase, Nieren, Gehirn, Magen, Herz, Lungen, Nabelschnur schienen an Ort und Stelle zu sein und nach ihren vorgesehenen Aktivitäten zu arbeiten. Als Highlight bekamen wir einen 3D-Ultraschallfilm von unserem kleinen Daumenlutscher gezeigt. Glücklich wie die Honigkuchenpferdchen bekamen wir sogar neben allen Untersuchungsergebnissen, ausgedruckten Bildern auch noch eine CD mit allen Ultraschallbildern. Was für ein Service. Natürlich wollte ich dem zu neuem Leben erwachten Arzt ein paar Tipps entlocken. Aber ganz nach der thailändischen Gelassenheit bekam ich den hilfreichen Tipp: „Dem Baby geht es doch nachweislich prima, also einfach so weitermachen wie bisher.“ Wird erledigt!

Andrea

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