Beijing

Nach unserem kleinen Flug-Faux-pas hatten wir noch weniger Zeit für die chinesische Hauptstadt, als es unser 72 Stunden-Visum eh nur zugelassen hätte. So blieb uns nur die Fahrt zum Hostel um einen kleinen Eindruck zu bekommen. Und Katie Melua hat uns angelogen: von wegen „there are 6 million bicycles in Beijing“ – nix da. Jede Menge fesche Autos, erschreckend wenige Motoräder und die Menschen auf den paar Fahrrädern machten den Kohl nicht gerade fett. Beijing – unter uns Deutschen bekannt als Peking – war auf den ersten Blick eine moderne und schicke Stadt. Ganz anders als man sich die chaotischen, menschenüberfüllten und unter Smog-liegenden chinesischen Städte immer vorstellt. Ganz im Gegenteil war es überraschend ruhig.

Bevor unser langersehnter Besuch von meinen Eltern und von Nele am nächsten Morgen ankam, wollten wir noch etwas für die Proviantkiste kaufen, da wir mit ihnen einen Kurztripp zur unerwartet nahen Chinesischen Mauer unternehmen wollten. Beim Einkauf auf dem nahen Markt kamen wir immer mehr ins Schwärmen. Trotz großer Sprachbarriere machte uns der Marktbesuch irgendwie Spaß. Die Preise schienen uns nicht annähernd zu hoch und die Verkäuferinnen waren alle herrlich freundlich zu uns. Da hatten wir auf anderen Märkten der Welt schon harte Kämpfe wegen ungeheurer Preise ausfechten müssen. Die Pekinger schienen irgendwie anders zu sein. Allgemein fühlten wir beide, dass China etwas Besonderes zu sein schien. Leider können wir das auf dieser Reise nicht weiter vertiefen, aber irgendwie hat das Land Lust auf mehr gemacht.

Nun aber zu unseren Gästen. Mit einem angeheuerten Fahrer fuhren wir zum Flughafen. Wahrscheinlich haben wir weit und breit den dicksten Fahrer erwischt, den man in China bekommen kann. Auf jeden Fall hatte er ein gewisses Problem mit Müdigkeit und was weitläufig als Schnappatmung bekannt ist. Schon auf der Strecke zum Flughafen mussten wir fürchten, dass er gleich einen seligen Schlaf am Steuer starten würde. Kein guter Start, aber die zwei Stunden bis unsere Gäste ankommen würden, schickten wir ihn zum Ausruhen. Nun endlich konnten wir dann unsere drei Besucher begrüßen. Sie sind sozusagen unsere Heimbegleitung. Noch ein Grund mehr, sich auf die Drei zu freuen.

Umarmungen wurden ausgetauscht, sich nach dem Wohlbefinden erkundigt und gebeichtet, dass wir zu viert auf der Rückbank sitzen müssten. Die Drei waren einverstanden und so ging die wilde Fahrt zur Mauer los. Auch sie hatten nicht damit gerechnet, dieses Wunderwerk der Baukunst in den paar Stunden Aufenthalt zu sehen. Unserer Fahrer schien auch frischer und so kamen wir sicher an unserem Ziel an. Die Mauer war ein wahres Prachtstück. Gelegen auf einem Bergkamm inmitten herbstlich gefärbter Bäume. Ein Augenschmaus für die frisch Gelandeten und uns. Unser Zeitplan war knapp und so machten sich Sven, mein Vater und Nele mit der Rodelbahn bergabwärts in Richtung Tal.

Auf der Rücktour mussten wir dann doch wieder um den Fahrzustand unseres Chinesen und unsere Sicherheit bangen, da sein Kopf immer bedrohlicher herunterklappte. Sven versuchte ihn mit freundlichen bis unfreundlichen Klapsen daran zu erinnern, dass er doch bitte wach bleiben solle. So waren alle ganz schnell aus dem Auto heraus, als wir endlich am Olympia-Gelände ankamen. Alle heil froh, dass die Gliedmaßen wieder in die richtige Position kamen und noch dran waren. So konnten wir in ganzen Stücken das Schwalbennest und andere beleuchtete Stadien und Arenen begutachten. Etwas chinesisches Essen und ab ging es schon wieder in Richtung Flughafen. Dieses Mal aber mit der sicheren Bahn. Mit diesem Besuch konnten wir wenigstens einen Minieindruck erhaschen und werden sicherlich das nächste Mal mit einem richtigen Visum auch länger bleiben.

Andrea

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