Weihnachten in Ushuaia

Weihnachten bei über 30 Grad? Das ist nichts für uns! Daher planten wir die letzten Wochen vor Weihnachten bis ins letzte Detail, um Weihnachten am südlichsten Zipfel Südamerikas und damit auch der Welt verbringen zu können – Ushuaia hieß das Ziel unseres ersten Tramping-Versuches in Argentinien. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir zusammen mit unseren beiden Italienern Maria und Jakob noch auf dem Camping-Platz einer Skipiste.

Die fröhlichen Weihnachtsfeiertage wurden durch eine Wanderung im nahegelegenen Nationalpark eingeläutet. Wie kleine Kinder freuten wir uns über die satten, grünen Wälder und schneebedeckte Berge bei unserer mehrstündigen Tour am Beagle-Kanal. Bäume sind in Südamerika ein spärliches Gut und Steppen sind auch im Süden von Argentinien das vorherrschende Bild. Im Nationalpark durfte eins nicht fehlen: ein Stempel in unserem Ausweis als Beweis dafür, dass wir wirklich am Ende der Welt (Fin del Mundo) gewesen sind.

Schließlich war es soweit: die Weihnachtsfeiertage standen vor der Tür und wir zogen in ein gemütliches Appartment mit eigener Küche um. Die Küche war auch der Ort an dem wir uns die nächsten Tage am häufigsten aufhalten sollten. Kochen, essen, kochen, essen, kochen, essen… Diese fast 4-tägige Abfolge wurde nur durch kurze Schlafpausen und Einkäufe unterbrochen. Da man es sich in Gesellschaft eh am Besten gut gehen lassen kann und wir Maria und Jakob nicht in der Kälte auf dem Camping-Platz Weihnachten verbringen lassen wollten, luden wir die beiden kurzerhand zu Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag zu uns ein. So kochten, speisten und tranken wir in illustrer Runde bis in die frühen Morgenstunden und hatten sogar noch Zeit für Telefonkonferenzen mit unseren Familien.

Nur nebenbei ein kleiner Auszug unseres Essensprogramm, der von Andrea schon seit Wochen bis ins Detail ausgeklügelt wurde:

  • Gemüsesuppe mit Hühnermägen & -herzen
  • Kartoffelsalat mit (ekelhaften argentinischen) Würstchen
  • gefüllter Hähnchenbraten mit Rotkohl und selbstgemachten (gebratenen) Kartoffelklößen
  • Rindersteak mit Bohnen und Spätzle sowie
  • Zimtsterne, Käsekuchen, Rote Grütze mit Vanille-Soße und Eis sowie Plaumencrumble…

Leider gingen die Tage viel zu schnell vorbei und bereits am 27. saßen wir um 5 Uhr morgens wieder im Bus gen Norden. Mit uns eigentlich auch unsere beiden Begleiter, die jedoch auf sich warten ließen. Der Bus fuhr schließlich los und von den beiden keine Spur. Wir rätselten die ganze Fahrt über, was der Grund gewesen sein könnte, doch als wir nach 12-stündiger Fahrt plötzlich unser Ziel Rio Gallegos erreichten, machte mich Andrea darauf aufmerksam, dass auch die beiden verloren gegangenen gerade angekommen seien. Nachdem ihr Wecker falsch gegangen war, sie kein Geld für einen neuen Bus oder gar Taxi hatten (wir unterstützten sie in dieses Tagen finanziell, da ihre Bankkarten nicht funktionierten), starteten sie kurzerhand ihr Unternehmen per Trampen nach Rio Gallegos zu kommen. Nach 4 Mitfahrgelegenheiten und gütiger Unterstützung durch Streckenposten der Polizei kamen sie schließlich zeitgleich mit uns an. Verrückte Welt!!!

Sven

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