Choro-Trek

Nach der großen Stadt brauchten wir mal wieder etwas Ruhe und Natur. Dazu eignete sich der Choro-Trek hervorragend. Dies ist ein alter Aymara-Weg, der später von den Inka noch ausgebaut wurde. Noch heute wandert man also auf hundert Jahre alten Wanderwegen. Mit einem Wagen, der keinen ersten Gang hatte, ging es auf 5000m Höhe. Da mussten schon mal alle aussteigen. Anfahren am Berg ist schon schwer, aber dann auch noch im zweiten Gang. Auf eisigen Höhen wurden wir ausgeladen und unsere Köchin, ein Träger und unser Guide teilten das ganze Essen für die nächsten 3 Tage unter sich auf. Kaum zu glauben, was unsere Köchin alles geschleppt hat. Wir wollten ihr etwas abnehmen, aber das war nicht möglich. Im Endeffekt war sie auch viel schneller als wir, naja bis sie sich das Knie verdreht hatte. Aber Frauen in Bolivien sind taff, ein bisschen Naturheilkunde und schwupp machte sie sich am nächsten Tag wieder auf, Knieschmerzen hin oder her.

Mit unserer Gruppe hatten wir auch wieder Glück. Ein junges Dresdener Ehepaar, eine Schweizerin, die nach ihrem Abi hier ein Praktikum macht, eine Italienerin, die sich aber mehr als Australierin fühlt, und eine Australierin, die italienische Vorfahren hat. Zusammen machten wir uns also auf von der kargen Vegetation der Altiplano zu den üppigen Wäldern der Yungas. Schon am ersten Tag veränderte sich die Umgebung innerhalb von Stunden von Schnee zu baumlosen Bergregionen bis diese von den ersten Bäumen abgelöst wurden und angekommen in Camp, wo alles voller Pflanzen und Bäumen war. In den nächsten Tagen ging es dann in Windeseile auf tropische Temperaturen. Dies war eine wirklich reizvolle Wanderung, die uns durch märchenhafte Landschaften führte. In den Nächten haben wir gezeltet und vorher mit unserer Truppe Karten oder andere Ratespielchen gespielt. Trotz Regenzeit hatten wir Glück und es hat nur einen halben Tag geregnet. Ende der Reise war dann das beschauliche Örtchen Coroico.

Dort blieben wir mit den Dresdenern, die eigentlich aus Cottbus kommen, und genossen den ein oder anderen Poolgang bei tropischem Wetter. Hier mussten wir dann auch den Senso verbringen. Was ist der Senso: alle zehn Jahre wird in Bolivien eine Volkszählung durchgeführt. Das heißt, dass keiner das Haus verlassen darf, sonst muss man für 8 Stunden ins Gefängnis. In La Paz wurde darauf besonders geachtet. So ist uns zu Ohren gekommen, dass ein französisches Pärchen wirklich in Gefängnis musste, weil sie ein Bild auf einem Platz gemacht hatten. In Coroico wurde das zum Glück nicht so eng genommen. So war zwar kein Shop offen und auch nur einzelne Menschen auf den Straßen, aber wir durften als Touristen machen was wir wollten, nur nicht vor der Polizeistation. Nichtsdestotrotz stand an diesem Tag alles in Bolivien still, kein Auto, nichts.

Wir haben uns dann diesen Abend und auch die anderen mit 5 Flaschen besten Rums (2€ das Stück), Wein und Bier sowie stundenlangen Kartenspielen vertrieben. Dank unserer neuen Freunde aus Dresden/ Cottbus können wir jetzt sogar Canasta. Tobias und Sven haben es einmal zu ernst genommen und haben bis halb fünf in der Nacht ihre Canasta-Fähigkeiten verbessert. Um es mit Lauras und Tobias Worten zu sagen: „Nach Eis und Schnee, Dschungel, Regen und Sonne haben wir den tatsächlichen Sinn des Lebens gefunden: Karten, BocaRico, Cola und Chips am Pool von Coroico.“ Ja, ja… Schön wars.

Andrea

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