Tupiza – Salar de Uyuni

Tupiza ist ein kleiner Ort, der mit seinen bizarren geologischen Formationen und tiefen Schluchten an den Wilden Westen erinnert. Die spektakuläre Landschaft liegt auf 2950 m Höhe inmitten der Cordillera de Chicha. Zwischen den Felsen und Bergen, die in allen Regenbogenfarben leuchten, fand der berühmte Cowboy Butch Cassidy und Sundance Kid ihren Tod. Nachdem das Gaunerduo Lohngelder nördlich von Tupiza geraubt hatten, fanden sie angeblich 1908 in einer Bergarbeitersiedlung ihr Schicksal.

Da wir dem Wilden Westen von Tupiza nachempfinden wollten, schwangen wir uns natürlich ganz stilecht aufs Pferd. Der Ritt durch die Umgebung war natürlich ein Erlebnis der besonderen Art. Diesmal hatten wir auch kräftige Pferdchen, nur leider war meins etwas trottelig und ist über fast jeden größeren Stein gestolpert. Aber es hat sich Mühe gegeben, den Galopp zu erreichen. Leider fand es nicht ganz seinen Rhythmus und so war es eine etwas hopplige Angelegenheit. Wir sind also immer noch auf der Suche nach dem perfekten Pferd.

Vom ruhigen Wilden Westen in Tupiza haben wir dann eine Tour durch die Salar de Uyuni gebucht. Jeder Reisende, der auch nur annähernd in die Nähe von Bolivien kommt, macht hier Halt, um die größte Salzwüste der Welt zu besuchen. Sie liegt auf beeindruckenden 3653 m und bedeckt eine Fläche von 12 106 km². An einigen Stellen kann man noch nicht einmal das Ende erkennen, so dass sich schon so manch Unwissender hier verloren hat. Einst bedeckte der prähistorische Salzsee Lago Minchín den größten Teil Südwestboliviens, jetzt sind davon nur noch einige Pfützen sowie mehrere Salzebenen übrig.

Zuerst ging es für uns aber durch den tiefen Südwesten Boliviens. In teilweise surrealen Landschaften haben wir so manche Entdeckung gemacht. Mit unserer Crew, bestehend aus einem Guide/Fahrer, einer herzlichen, aber etwas schwerhörigen Köchin, sowie unseren Mitstreitern Max (Bayer) und Kathrin (Schweizerin), ging es am ersten Tag unserer 4-tägigen Jeeptour durch die Canyons Tupizas, vorbei an kleinen Orten irgendwo im Nirgendwo und zum Geisterdorf Pueblo Fantasma. Hier soll es besonders in den Morgenstunden spuken. Von den Spaniern wegen Silbervorkommen in der Nähe erbaut und nach ausbleibenden Erträgen nach und nach verlassen. Die übriggebliebenen Einheimischen starben meist an unerklärlichen Krankheiten, die den Spuk bis heute aufrecht erhalten. Am Abend gab es herrliches Essen und die Fußballgespräche mit Max wurden erweitert, sowie unsere neue Kartenspielleidenschaft mit etwas Wodka gepflegt.

Mit leichten Kopfschmerzen ging es am nächsten Tag vorbei am Platz wo die Lamas schlafen, sowie an Lagunen, die von Flamingos bewohnt werden. Diese suchen in den etwas stinkenden Wässerchen nach Mikroorganismen. Die Kollpa Laguna besteht aus abgelagerten Detergenzien, die gefördert, nach Chile verkauft und dort zu Shampoo verarbeitet werden. Natürlich hat unser Guide uns auch etwas mitgenommen. Nach eindringlichen Gesprächen mit unserem Fahrer haben wir die sonst besuchte Laguna Verde ausgelassen und dafür wartete am nächsten Tag ein unberührtes Highlight. In den Thermalquellen nahe den Geysiren haben wir uns erstmal ausgeruht und unser tolles neues Shampoo ausprobiert. Es roch etwas nach Flamingomist, aber ansonsten war es ein großartigen Erlebnis sich mit Naturshampoo zu waschen. Den Mädels wurden von unseren Köchin Schrägstrich Friseurin danach sogar noch die Haare gestylt. Luxus pur. Bei den Geysiren musste man mal wieder Angst um Sven haben, der bei der ganzen Faszination so manches Blubberloch fast übersah. Wir konnten ihn auch kaum losreißen. Angekommen an der herrlichen Laguna Colorada haben wir etwas Schlaf nachgeholt, um dann die Lagune zu erobern. Am Abend wurde wieder Karten gezockt bis der Alkohol seinen Tribut zollte. Diesmal waren wir nicht die Leidtragenden. Welch Ausnahme. Auf dem Weg zur Uyuni kamen wir dann am dritten Tag am Baum Arbol de Piedra vorbei, sowie an 5 weiteren Lagunen. Hier hat uns besonders die Laguna Honda gefallen. Es scheint fast, als ob jede Lagune ihre individuelle Farbe hat. Diese war wunderschön gelb. Auch hier konnten wir wieder jede Menge Flamingos beobachten. Als Geheimtipp unseres Guides ging es darauf zur Laguna Negra. Hier hält sonst keine Touragentur. Das bleibt für uns bisher immer noch ein Rätsel. Denn die schwarze Lagune beherbergt viele Entenfamilien sowie unzählige Lamas und das Ganze umgeben von einer großartigen Landschaft. Angekommen in unserem Hostal, welches vollkommen aus Salz bestand, mussten wir uns zum ersten Mal wieder an andere Touristen gewöhnen. Es brach auch gleich ein Streit um die bestehenden Steckdosen sowie Duschen aus. Das hielt uns nicht auf, uns von Max bei einem Weinchen das Spiel Schafkopf beibringen zu lassen. Unser zehntes Kartenspiel ist ein Ur-Bayrisches Vergnügen, bei dem schon mal so manche Karte die „alte Eichelsau“ oder die „Hundsgefickte“ heißt. Peinlich berührt haben wir das natürlich nur mit Unmut hingenommen.

Schließlich ging es im Morgengrauen des vierten Tages zu unserem absoluten Reisehighlight: die Salar de Uyuni. Umgeben von der unendlichen Salzebene haben wir den Sonnenaufgang genossen, die Isla der Pescado mit teilweise 800 Jahre alten Kakteen bestiegen und verrückte Bilder im perspektivenlosen Salz geschossen. Das Ergebnis könnt ihr natürlich bei unseren Bildern erleben.

In der unschönen Stadt Uyuni angekommen, haben wir den Friedhof der Eisenbahnloks besucht. Heute ein Spielplatz für Kinder und Touristen ist dieser Ort Endstation für so manche Dampflok geworden. An Papa: ich glaube, ich habe sogar eine Schwellenschraube gefunden. Hab noch drüber nachgedacht, dir sie zu Weihnachten zu schicken. Konnte aber nicht erkennen, ob sie aus Zerbst kommt.

Andrea

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2 Antworten zu Tupiza – Salar de Uyuni

  1. Tobi schreibt:

    leider geil… fernweh

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