Fährfahrt durch die Fjorde

Um euch die Wichtigkeit dieser Fährfahrt vor Augen führen zu können, muss ich erstmal beschreiben, wie unser Leben in den letzten Monaten ausgesehen hat. Seit Buenos Aires haben wir eigentlich zu 90 % gezeltet. Das bedeutet, wir waren den Elementen vollkommen ausgeliefert: Wind, Regen, Sturm, Kälte, Hitze… Dann hat unser kleines eigenes Häuschen nur ca 4 m². Was sicher für ein eigenes Heim ein angemessener Anfang ist, aber bei zwei Personen kann dies, trotz 1,25 Zimmern, schon mal zu Beklemmungen führen. Zudem blieben wir meinst nur eins, zwei Tage an einem Ort. Das heißt quasi jeden Tag Hausbau der schnellen Art. Hinzu kam das Kochen auf einem Kocher mit nur einer Flamme. Ich will nicht jammern, aber habt ihr schonmal bei Wind versucht ein Drei-Gänge-Menü auf diesen Dingern zu kochen. Wir haben natürlich das In-der-Natur-Sein genossen, aber manchmal harderte vorallem ich mit meinem Schicksal.

Nun kam dieses großartige Schiff: Bereits in Bolivien hatten wir von einem australischen Pärchen von einer Fährfahrt durch die Fjorde Chiles gehört. Da diese ansonsten nur schwer erreichbar sind und wir eh von Puerto Natales wieder Richtung Norden mussten, konnte uns auch der relativ hohe Preis nicht davon abhalten, die Tour zu buchen. Zumal wir einen Luxus genießen durften, den es sonst nur bei Mutti gibt. Jeder hatte seine eigene Koje, mit einem herrlichen Kissen und einer Matratze, die nur so zu Träumen einlud. Zudem gab es drei volle Mahlzeiten, ohne Abspülen und einfach nach Durchsage. Zu guter Letzt wurden wir sogar mit einem bordeigenen Programm bei Laune gehalten: diverse Patagonien-Vorträge und Filme, eine nette Bar, Ausfuhr zum Gletscher und ein Oberdeck zum Genießen der frischen Meeresbrise. Da kann man doch nur sagen: Schiff ahoi.

Und so packten wir mal wieder unsere Sieben-Sachen und verbrachten vier erholsame Nächte auf der Navimag-Fähre nach Puerto Montt. Nach anfänglich schlechtem Wetter brachen die Wolken auch immer mehr auf und machten die Sicht frei auf in das Meer kalbende Gletscher, zahllose große und kleine Inseln, mächtige Vulkane und enge Fährpassagen. Selbst die Tierwelt ließ sich nicht lumpen und so sahen wir auf unserer Tour undefinierbare, über das Wasser laufende Vögel, Seelöwen, freudig springende Delphine, riesige Albatrosse und als Höhepunkt einen bis mehrere Blauwale und diverse andere Fontänen von unbekannten Walen. Klingt das nicht nach Erholung.

Andrea

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