San Pedro de Atacama

Bisher waren unsere Grenzübergänge eher entspannt, der Wechsel nach Chile sollte eigentlich umso netter werden. Aber wie uns einst eine kluge Frau sagte, jegliche Grenzabwicklungen sind ein Zeichen für die kindliche und bockige Seite eines Landes. Da Chile einen Teil der Wasserreserven aus Bolivien beansprucht, sind die Probleme vorprogrammiert. Jetzt möchte Bolivien diese aber für sich nutzen, daraufhin wurde Chile etwas böse und ärgert die Bolivianer unter anderem an den Grenzübergängen.
In vollkommener Unwissenheit starteten wir früh gegen 4 Uhr mit dem Bus aus Uyuni. Dreieinhalb Stunden später kamen wir an der bolivianischen Grenze mitten im Nirgendwo an. Der Beamte meinte nur kurz, dass wir etwas früh dran wären, aber gleich loslegen könnten. Im Büro bekamen wir unseren Stempel und sollten eine kuriose 2-Euro Gebühr bezahlen. Zu früh zum Diskutieren – wir gaben einfach nach. Ein Irin meinte, warum streiten, der Mann sitzt hier tagelang alleine in seinem Häuschen, wo soll er denn sonst mit seiner Korruption hin… Das ganze dauerte keine Minute, dann began jedoch das große Warten. Erst warten wir nur so, dann fuhren wir zur Mitte des Grenzstreifen und warten weitere unbedeutende sechs Stunden. Auf was? Gute Frage. Keine Ahnung. Irgendwann kam dann der chilenische Bus, der an der chilenischen Grenze wohl den ganzen Vormittag gewartet haben muss. Hundert Meter weiter ging auch das Warten weiter. Ein Grenzbeamte hatte wohl einen schlechten Tag und war auf Toilette, oder hat mit Mutti telefoniert, wir wissen es nicht, aber er und seine Kumpanen ließen uns unbeschreibliche drei weiter Stunden warten. Nicht das ihr denkt, die Grenze war unbeschreiblich voll. Nein, unser Bus war der einzige. Und fünf Grenzbeamte haben es nicht geschafft, ihre Arbeit ordentlich zu machen – man möchte meinen absichtlich. Zu allem Ärger haben sie alle, außer uns Deutsche, auf das Albernste befragt. Selbst Familien mit Kindern und eine schwangere Frau wurden nicht verschont…. Unglaubliche Geschichte. Ich würde das als kindisches Verhalten beschreiben.

Naja irgendwann kamen wir dann auch an unsere Ziel an: San Pedro de Atacama. Der Ort liegt nah an der Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Kaum Menschen und somit also keine Lichtverschmutzung, sowie fast jeden Tag ein klaren Sternenhimmel, veranlassten viele Nationen, dort ihr Teleskope aufzustellen. Auch wir wollten uns diesen Sternenhimmel nicht entgehen lassen. Leider ist Chile ein Land, in dem jeder Backpacker anfängt zu weinen, weil die Preise so hoch sind. Und so musste ich mich gegen eine Teleskopen-Tour entscheiden. Des Geldes wegen. Aber dafür durften wir in einem salzhaltigem See die Seele baumeln lassen und gegen jeder Physik oben treiben. Danach bekamen wir noch einen Festschmaus mit Salami und Leberwurst. Nach einem halben Jahr ohne, ein unglaubliches Erlebnis. Unsere Truppe, bestand aus vielen pensionierten Chilenen, die bei Gitarrenklängen auch gleich noch das ein oder andere Lied angeklungen haben und uns sehr interessiert nach unserer Herkunft fragten.

Somit war diese Oase in mitten der Wüste eine teure aber entspannte Erfahrung, denn wenn alles zu teuer ist, kann man die Beine einfach mal hochnehmen und nichts machen.

Andrea

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

2 Antworten zu San Pedro de Atacama

  1. Jochen schreibt:

    Hej hej Zimme,
    zu aller erst eine gesundes neues Jahr Euch beiden Travelern.

    Ich habe ne kleine Bemerkung: Hast du nicht mal gesagt, Dir wächst kein Bart?! Und das was du da gerad am Kinn hängen hast, sieht aus wie einer. Oje, dann musst den ja schon über Monate gehegt und gepflegt haben, damit der so daher kommt 😉 Und noch wat: Mach mal was gegen den polnischen Vorgarten auf deinem Kopf ;D (zu deutsch: dein Pony sitzt schief) ;)))

    Ach ja! Wolltet Ihr nicht schon längst in Neuseeland sein. Bin immer davon ausgegangen Silvester seit Ihr dort. Aber so ist das eben 😉

    Haltet die Ohren steif. Ich bleibe weiter dabei.

    LG Steffi, Johanna u El Joggo

    • Iddy Squirrel schreibt:

      Hallo lieber Andreas,
      hier ist Zimmes mitreisendes Eichhörnchen Iddy. Er ist leider viel zu sehr damit beschäftigt seine lange Matte zu pflegen und kann dir daher nicht persöhnlich antworten. Mit diesem bartähnlichem Bewuchs in seinem Gesicht ist das so eine Sache. Ein Bart wäre es wohl erst, wenn es an allen Stellen gleichmäßig wachsen würde und nach einer Weile keine lockenartigen Gebilde formen würde wie sie auf deinem Kopf ja in Perfektion zu sehen sind. Wie auch immer, die Tage des Bartes sind gezählt, was man zu seinem polnischen Vorgarten auf dem Kopf jedoch noch nicht behaupten kann. Der gedeiht prächtig und es haben sich auch schon blonde Strähnen von der vielen Sonne auf der südlichen Hemisphäre gebildet. In Neuseeland gibts allerdings 10 Dollar Friseure, das Problem sollte somit auch schnell behoben werden.

      LG dein Iddy

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s