Baños

Baños lockt jedes Jahr tausende Touristen aus dem In- und Ausland in das Zentrale Hochland Ecuadors. Mit seinem angenehmen Klima, seinen Thermalbädern, wunderschönen Wanderwegen und unzähligen Adventure-Sportarten, hat die Kleinstadt für jeden Geschmack etwas zu bieten. Um uns erst mal einen Überblick über die Stadt zu verschaffen, wanderten wir zunächst hoch über der Stadt hinaus, Richtung des mit 5016m zurzeit äußerst aktiven Vulkans Tungurahua. Auf dem Zwischenplateau präsentierten sich schließlich zahlreiche Gewächshäuser mit Tomatensträuchern. Auf dem Weg „lauerte“ uns ein kleines Mädel auf, das uns Mandarinen verkaufen wollte. Wir wollten keine, und ihr auch kein Geld geben, und haben daher zum Tausch Schokolade angeboten. Das hat sie dann auch dazu ermutigt, uns auf unserem weiteren Weg zu begleiten, in der Hoffnung, mehr der kostbaren Köstlichkeit zu ergattern.  Auf unserem Abstieg konnten wir schließlich von einem Hotel, deren Unterkünfte unser Budget nur „leicht“ überschritten (ab 300 Euro p.P. pro Nacht, dafür mit einem Pool  mit Blick ins Tal), die herrliche Aussicht auf Baños genießen.

Im Reiseführer und im Internet hatte ich von einer 60 km langen Strecke Richtung Puyo im Amazonas gehört, die, da sie hauptsächlich bergab geht, sehr gut mit dem Fahrrad bezwungen werden kann. Andrea beschäftigte sich anderweitig und so packte ich früh am morgen meine sieben Sachen, mietete für knapp 6 € ein vielversprechendes Mountainbike und machte mich auf den Weg. Es begann leicht zu nieseln, was mich zu Beginn nicht weiter störte. Da sich das Wetter jedoch stetig verschlechterte und ich durch den hochspritzenden Dreck auch bald nichts mehr sehen konnte, machte ich auf halber Strecke eine Pause. Bis dahin bot sich mir eine eindrucksvolle Kulisse. Eingerahmt von mehreren 100m hohen Bergen, und mit Blick auf die sich immer weiter vergrößernden Ströme Richtung Amazonas, machten mir auch die äußeren Umstände wenig aus. Zwischenzeitlich hatte ich bemerkt, dass mir aus irgendwelchen unbekannten Gründen 10 Dollar aus dem Rucksack fehlten. Da ich eh schon knapp bemessen losgefahren war, hatte ich nun noch genau 3 Dollar, um mich und mein Fahrrad im Bus zurück zu transportieren. Dies entsprach allerdings genau dem Preis, der dafür vorgesehen war. Die letzten Kilometer waren dann auch mit die beeindrucktesten als sich die Berge langsam auftaten und den Blick freigaben auf die ersten Ausläufer des Amazonas.

Durch die starken Regenfälle deutlich angestiegen, boten die Flussläufe gen Amazonas schließlich die besten Bedingungen für einen Rafting-Ausflug. Wieder regnete es unnachgiebig, doch auf unserer 3-stündigen Tour im Pastaza-Tal wären wir eh nicht trocken geblieben. Auf der Strecke, die einen Schwierigkeitsgrad von 3+/4 entsprach (mittleres Niveau), wirbelten uns einige Stromschnellen doch ziemlich durcheinander. Leider war die Tour doch ziemlich schnell vorüber, aber unser Guide ließ es sich am Ende nicht nehmen, der etwas „frechen“ Andrea eine Lektion zu erteilen, und sie in die reißenden Ströme zu befördern.

Um uns von unseren (angenehmen) Strapazen zu erholen, nutzen wir die bereits angesprochenen Thermalbäder. Direkt am Wasserfall gelegen und mit herrlichem Blick auf die Stadt, konnte man mit vielen Einheimischen und Touristen die Seele baumeln lassen. Auch ein schöner Reitausflug hätte dies bewirken können. Also hab ich mich wieder überreden lassen und wir sind in die Berge gezogen. Aber diesmal waren unsere Gäuler so unmotiviert, dass es nur im Schritttempo weiter ging. Ich kann’s ja verstehen, wer will schon 2 Gringos auf dem Rücken tragen. Ich warte jedenfalls bis Argentinien, auf richtige Pferde, auf richtige Rancheros, um dann raus in die Wildnis zu Reiten. So oder so ähnlich hoffen wir es zumindest vorzufinden. Bis dahin heißt es für uns: „Am besten unterwegs ist man immer noch zu Fuß!!!“

Sven

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Eine Antwort zu Baños

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