Bogotá

Ohne große Erwartungen steuerten wir nach unserem Aufenthalt in Medellín die 8.0 Millionen Metropole Bogotá. Doch wieder einmal sollten wir feststellen, dass sich Kolumbien seit Mitte der 90er zum Positiven entwickelt hat. Auf der Suche nach einem Hostel im Stadtteil La Candelaria fanden wir nach kurzer Zeit eine günstige Unterkunft mit schönem Patio, netter Besitzerin und sehr „wildem“ Publikum. Schon am Tag nach unser Ankunft, saßen sämtliche Mitbewohner bereits zu frühen Morgenstunden im Innenhof und gaben sich die Kante. Ich selbst wurde bereits um 9 Uhr morgens von der Hostelbesitzeren persönlich zum Aguardiente eingeladen. Am frühen Nachmittag war der Hof schließlich mit lauter Schnapsleichen gefüllt, die nicht nur den totalen Verlust ihrer Muttersprache zu beklagen hatten, sondern denen auch sämtliche Gesichtszüge entglitten. Dafür war der nächste Tag umso angenehmen. Während die einen ihren Kater ausschliefen, sorgte ein selbsternannter DJ für chillige Mucke. Mit Büchern bewaffnet, hielt es uns fast den ganzen Tag im Hostel. Die restliche Zeit nutzten wir für einen Restaurantbesuch, um die typisch kolumbianische Suppe namens Ajiaco zu verzehren (bestehend aus drei verschiedenen Arten Kartoffeln, Hühnerfleisch, Kapern, Reis, Avocado). Der überaus sympatische Besitzer lud uns schließlich noch auf seine Dachterasse ein, wo einen klasse Blick auf die Stadt hatten.

Ansonsten stand für uns ein Besuch des Kunstmuseums von Botero, dem bekanntesten Maler und Bildhauer des Landes, auf dem Plan. Seine Werke zeichnen sich dadurch aus, dass alles sehr überspitzt „fett“ dargestellt sind. Heraushebenswert ist dabei, dass die Ausstellung, die auch Bilder von Picasso und Monet enthielt, keinen Eintritt kostete. Ebenso auf dem Programm stand darüber hinaus das Museum del Oro (Goldmuseum) – sehr umfangreiche Austellung, aber nicht wirklich unseren Interessen entsprechend.

Eine weitere Tatsache, die zeigt wie fortschrittlich sich Bogotá im 21. Jahrhundert gibt, ist der Ciclovia. Jeden Sonntag sowie an Feiertagen werden mehrspurige Straßen im Zentrum der Stadt gesperrt, und für Fahrräder, Skater und Läufer geöffnet. So fuhren wir 4 Stunden durch die Innenstadt. Leider unterschätzten wir wir die Höhensonne, schließlich befanden wir uns auf 2.600m, und zogen uns einen heftigen Sonnenbrand zu. Man wird halt nicht klüger. Den Tag schlossen wir mit einer Seilbahn-Fahrt in das umliegende Gebirge ab. Auf 3.200m Höhe lag die Kirche Monserate, welche als Pilgerstätte für viele Kolumbianer gilt. Die Sicht auf die gesamte Stadt war zudem atemberaubend. Bevor wir weiter nach Salento fuhren, trafen wir uns am letzten Abend noch mit Ina und Mattes, die wir auf dem Segeltörn nach Kolumbien getroffen hatten.

Sven

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