Medellín

Nachdem wir uns vielerorts darüber informiert hatten, dass Nachtfahrten in Kolumbien im Norden des Landes als sicher angesehen werden können, verließen wir schließlich Santa Marta und machten uns auf den Weg zu unserer 16 Stunden langen Reise nach Medellín . Aber hoppla, daraus wurden mal ganz schnell 23 Stunden. Sicher war es zwar trotzdem, aber eine nächtliche Demonstration irgendwo im Nirgendwo, sowie ein einstündiger Ölwechsel verzögerten unsere Ankunft maßgeblich. Naja, was soll‘s, Bus war ja winterlich klimatisiert und Liegesitze hatten wir auch.

Schwupp vom Bus in die Metro gesprungen und nach kurzer Hostelsuche hatten wir schließlich unsere Unterkunft für die nächsten Tage gefunden. Eigentlich wollten wir erst mal in Ruhe ankommen, aber nachdem uns ein Rucksackreisender, der im Hostel arbeitete, einlud, ihn und einen anderen Gast mit nach Santa Elena zu begleiten, sagten wir kurzentschossen zu. Santa Elena ist ein Dorf in den Bergen rund um Medellín. Dort verbrachten wir einen lustigen Abend in multikultureller Runde. Diese Initiative, genannt Homestay Medellín [mehr], bietet ausländischen Reisenden die Möglichkeit, sich mit Kolumbianern auszutauschen, Sprachkenntnisse zu verbessern und einfach eine gute Zeit miteinander zu haben. Nachdem wir neben der Finca im Hochland Medellín s BBQ, Bier und Schnaps zu uns genommen hatten, krochen wir zu später Stunde total übermüdet in unser erst in Cartagena erworbenes Zelt und überließen die Bühne dem partywütenden Volk. Ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Mittag wieder zurück in unser Hostel, in dem schon das nächste Event auf uns wartete: Schwein am Spieß. Also füllten wir unsere Mägen wieder mit Unmengen von Fleisch, spülten das Ganze gut mit Bier durch und nahmen den einen oder anderen Aguardiente, einem mit Anis versetzten kolumbianischen Schnaps, zu uns. Zum krönenden Abschluss gab es dazu noch unsere erste, langersehnte Shisha unserer Reise.

Den nächsten Tag nutzten wir dann schließlich, um uns die Stadt anzugucken. Medellín, insbesondere durch das Drogenkartell von Pablo Escobar früher als die gefährlichste Stadt der Welt verschrien, gilt heute nicht nur wegen dem ausgezeichneten Metronetz als eine der sichersten Großstädte Lateinamerikas. Durch den Tod Escobars im Jahre 1993 und den Bau der Metro, die es den Einwohnern in den Favelas nun ermöglichte, kostengünstig und schnell das Zentrum zu erreichen, um dort arbeiten zu gehen, wurde Medellín immer sicherer. Heute präsentiert sich die 2,3 Millionen Stadt als grüne und moderne Metropole. Wir starteten unsere Tour am sehenswerten botanischen Garten und machten uns entlang der Universität Richtung Norden. Entlang von netten Siedlungen, die einen ein bisschen an die Straßen von San Francisco erinnern, und hübschen Kirchen, erkundeten wir so innerhalb weniger Stunden das Zentrum der Stadt.

Die Metro ist nicht nur für die Bevölkerung eine wichtige Investition gewesen. Auch touristisch erfüllte der Ausbau von 2 Metrolinien (eine Nord-Süd- und eine Westverbindung plus Metrocables ihren Zweck. Diese Metrocables sind Seilbahnen, die einen Zugang zu den in den Gebirgshängen der Stadt gelegenen Gebieten ermöglichen und bieten einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Sparfüchsen ist sogar möglich, für umgerechnet 80 Cent das komplette Streckennetz zu befahren, und so alle wichtigen Sehenswürdigkeiten aus einer etwas anderen Perspektive beobachten zu können. Nicht nur die Lage innerhalb dieses Talkessels und ihr moderner Charme, machen Medellín zu einem attraktiven Urlaubsziel.

Sven

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s