Salento

Als wir nach Kolumbien gereist sind, haben wir uns ehrlich gesagt nicht viel gedacht. Wir haben von Svens Kumpel gehört, dass es wirklich schön sein soll und naja was kennt man vom Hören-Sagen und aus Filmen: viel Kokain und irgendwie gefährlich. Doch Kolumbien ist all das, was man in Filmen nicht lernt.

In Salento, einem kleinen Örtchen in der Kaffeeregion Kolumbiens, haben wir irgendwie die Zeit vergessen. Eigentlich wollten wir nur zwei, drei paar Tage unser Zelt aufschlagen und weiter. Aber daraus sind einfach mal fast zwei Wochen geworden. Tja woran lag es?

Also die Aussicht aus unserem kleinen, eigenen Heimchen könnte der Grund gewesen sein, denn wir haben unser Zelt direkt vor einem unglaublich schönen Panorama aufgeschlagen. Nicht immer der windgeschützte Ort, aber dank unserer Reparaturtalente stand das Zelt noch bis zum Ende, wenn auch nicht immer gerade. Aber was hatten wir auch von einem 15 Euro Zelt erwartet. Im Grunde hat es uns nicht enttäuscht. Die ein oder andere Nacht mussten wir unser kleines Zeltchen dennoch verlassen, da wir aufgrund starker Winde das sichere und vor allem ruhigere Hostelhäuschen aufgesucht haben. Man möge es uns nachsehen. Die Campingseele braucht halt auch seine Zeit, bis sie sich vollends entwickelt. Das geht halt nicht so von heute auf morgen…

Die Tage flossen also einfach so dahin. Hier und da haben wir eine Kaffeefarm besucht, waren auf meinem Wunsch reiten, diesmal auch auf Pferden, die unser Gewicht nicht gleich zum Einbruch brachten, und haben das Valle de Cocora entdeckt. Dieses Tal hat irgendwie etwas von der Schweiz, mit allem drum und dran: Kühe, Berge, Nadelbäume… und natürlich tausende Wachspalmen, die bis zu 40 m in die Höhe sprießen. Diese stören etwas das Bild der Schweiz, aber ja mei, wir haben ja nicht die Schweiz gebucht.

Da wir unser Sprachtalent noch immer suchen, haben wir auch nochmal einige Stunden Spanisch genommen. Das war auch bitter nötig. Unsere Lehrerin hatte circa die Höhe von Svens Bauchnabel, aber aufgrund ihres laufenden Mundwerks konnte man sie eigentlich nicht übersehen. Nach dem wir uns bei ihr vorgestellt hatten und Namen ausgetauscht haben, gab es mal wieder Probleme mit Svens Namen. Das kannten wir ja schon: diesmal hatte sich unsere Lehrerin aber in den Kopf gesetzt, ihn wirklich richtig auszusprechen. Resultat: irgendwie sowas wie „EESBEN“. Naja nach dem gefühlten hunderten Versuch hat sie kapituliert und sich für einen neuen Namen entschieden: „PEPE“. So an alle, Sven ist OUT, Pepe ist IN. Und ab dem Moment reise ich nun mit Pepe Zimdahl. Pepe konnte sich auch schnell mit seinem Namen anfreunden.

Tja und so versackten wir immer mehr. Wir haben alte Reisegefährten wieder getroffen und neue kennengelernt. So werden wir hoffentlich unser verrücktes französisches Pärchen (Mathilde und Jerome) dann in Quito wieder treffen. Die beiden waren auch einfach nur zum Schreien. Wir haben des Öfteren ausdiskutiert, wer wann wen belagert hat und wann wer, wen bezahlen musste. Naja Jerome‘s Meinung war: gäbe es die Reparationszahlungen an Frankreich nicht, hätte man dort wohl gleiche Verhältnisse wie in Griechenland. (Diese Meinung wollen wir jetzt einfach mal so im Raum stellen lassen)

Was bleibt zu sagen: „es ist eine Kunst, nichts zu tun“ oder etwas klüger ausgedrückt, „Faulheit ist die Kunst, solange nichts zu tun, bis die Gefahr vorüber ist, dass man etwas tun müsste.“ (Gunther Philipp) Also nennt uns Künstler!!!

Andrea

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