Trinidad

Tja, was kann ich euch über Trinidad erzählen. Eins kann ich auf jeden Fall sagen, dass uns die Stadt so gut gefallen hat, dass wir gleich neun Tage dort geblieben sind. Doch was hat uns an dieser Stadt so fasziniert? Auf den ersten Blick scheint sie wie viele spanische Kolonialstädte ihre besten Tage schon hinter sich haben. Wer jedoch einen zweiten Blick wagt, erlebt eine wahre Zeitreise. Denn Trinidad ist irgendwie im Laufe der Zeit einfach vergessen worden. Früher war sie eine der wichtigsten Städte in Kuba, die durch die Produktion von Zucker unglaublichen Reichtum erlangte. Nach diversen Bränden in den Zuckerrohrfabriken und den Einbruch des Zuckerpreises Mitte/ Ende des 19. Jahrhunderts, nahm das Wachstum stark ab. Durch die folgende Wirtschaftskrise spielte Trinidad für Kuba ökonomisch keine Rolle mehr, und geriet irgendwie in Vergessenheit. Und so blieb es sehr lange. Die ersten Straßenanbindungen zu anderen Städten wurden erst in den 50er Jahren des letzen Jahrhunderts geschaffen. Bis dahin war man auf Feldwegen oder per Schiff unterwegs. Und irgendwie fühlt man noch heute diese Abgeschiedenheit. Das Stadtbild prägen Pferde (überall Pferde) und die Wagen der 50er Jahre. Wir hatten sogar das Glück, einen alten Opel zusehen und wie gesagt, überall Pferde… Es wurde mir erst sehr spät bewusst, aber es war eine Zeitreise.

Die andere Faszination strahlt Trinidad aus, weil die anfangs doch recht schlicht wirkenden Häuser, erst bei genauerem Hinschauen ihre wahren Schätze zeigen. Prunkvolle Häuser mit dem Stil der spanischen Konquistadoren, die durch die Offenheit der Menschen für jeden sichtbar werden. Jedes Haus war wie das Öffnen eines Überraschungseis. Hier wurde Obst verkauft, im nächsten schaute die Familie fern, in weiteren verbarg sich ein riesiges Restaurant. Es wurde Tischtennis gespielt, Fußball geschaut, oder mit den zahlreichen Hunden um die Wette gedöst…

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Trinidad hat einfach eine Ruhe auf uns ausgestrahlt, dass wir plötzlich keinen Drang mehr verspürten, etwas anderes zu sehen. Hier konnten wir wieder einen Ausritt in die wunderschöne Natur genießen, mit gechillten Bikes zum Strand fahren (Playa Ancon), Fußball schauen, zu den alten Zuckerfabriken fahren, durch die Stadt schlendern, zum Nationalpark El Cubano und seinem Wasserfall wandern, lesen, auf der Terrasse des Hauses entspannen und einfach die Seele baumeln lassen. Es war einfach so viel Kuba in diesem Ort, dass wir nicht weg wollten. Diese so stille Stadt, die nur abends die Ruhe für Salsa-Rhythmen aufgab, hat uns endgültig in Kuba ankommen lassen. Nebenbei trafen wir auch noch alte Bekannte. Sonja aus Stendal saß bei einem unserer Salsa-Abende direkt vor uns. Wie klein ist doch die Welt.

Uns fiel es wirklich schwer, dieser wunderschön gelegenen Stadt lebe wohl zu sagen, um zurück nach Havanna zu fahren. Einziges mehr oder weniger negatives Erlebnis, war ein Platzregen, der einfach nicht aufhören wollte. Das Ergebnis war ein Flüsschen der besonderen Art (siehe Video). Aber eigentlich waren wir auch hiervon nur begeistert. Wie einfach doch manchmal Menschen sein können: Faszination REGEN. Und so waren die letzten Tage in Kuba doch eher verregnet als sonnig. Für 2 Tage ging es für uns dann nochmal nach Havanna. Dort bereiteten wir uns auf unser nächstes Ziel vor: Nicaragua.

Andrea

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2 Antworten zu Trinidad

  1. Heidi Krause Cottbus schreibt:

    Endlich mal Zeit für Euren Bericht – lohnt sich! Heidi Krause Cottbus

  2. Heidi Krause Cottbus schreibt:

    Das ist ja grossartig – das alles könntet ihr bei der Rückkehr gar nicht erzählen- Heidi

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