Leóns Umland

Da sich unsere Tage durch die Arbeit im Kindergarten „Los Ositos“ und unsere Spanisch-Stunden doch als ziemlich anstrengend herausstellten, nutzten wir unsere beiden freien Wochenenden für Ausflüge ins Umland von León. Unsere Ziele hießen dabei der Vulkan Telica und Las Penitas, ein Badeort am Pazifik.

Die erste der beiden Touren hatte es in sich. Wer träumt nicht davon, mal einen aktiven Vulkan zu besteigen. Und noch dazu unmittelbar neben dem Krater im Zelt zu übernachten. Mit viel Gepäck und unter tropischer Hitze ging es also von 200 Meter über N.N. auf knapp 1100 Meter. Entlang langgedehnter Weide- und Anbaugebiete, gefolgt von dichten tropischen Wäldern, erreichte unsere 4-köpfige Reisegruppe (mit dabei unser Guide aka. Rastafari Raul und Deutschlehrer Uli, der das nächste Jahr in León unterrichten wird) nach gut 4-stündigen Fußmarsch unser Nachtquartier. Nach gemeisterten Zeltaufbau und erfolgreicher Proviantaufnahme (inkl. Marshmallows) machten wir uns auf dem Weg zum Krater. Zwar war von der Lava nicht allzu viel zu erkennen, dennoch war es ein einmaliges Erlebnis.

Und auch die Nachtruhe sollte Einmaliges zu bieten haben. Nachdem der Wind schon vorher beachtliche Windstärken angenommen hatte, entschieden wir uns gegen unser Überzelt und für kiloweise Steine. Da der Wind nun zwar unser Zelt stehen ließ, aber von allen Seiten hinein bließ, wurde es doch ziemlich frisch. Wir hatten uns vorher gegen Schlafsäcke entschieden, da uns gesagt wurde, es herrschen dort nachts um die 25 °C. Der Überlebenstrieb war nun aktiviert, es wurde alles an den Körper gebracht, was ging und sich gemütlich aneinander gekuschelt (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle sagen, dass wir unser Zelt nicht mit Raul und Uli teilen mussten). Dafür allerdings beinahe mit einem anderen Geschöpf natürlichen Ursprungs. Als Andrea mich mit „Da steht ein Pferd auf unserem Flur“ weckte, dachte ich erst an einen kleinen Scherz. Doch als ich mich rücklings umdrehte und in die Nüster eines Pferdes guckte, war ich doch schon sehr überrascht.

Nach einer gefühlten Stunde Schlaf ging es dann am nächsten morgen wieder zurück. Jedoch nicht ohne den Sonnenaufgang zu bestaunen. Getreu dem Motto: „Nur wer einen Sonnenauf- und Sonnenuntergang in einem Land gesehen hat, hat es wirklich bereist.“ Unser Rückweg führte uns schließlich zu einem natürlichen Thermalbad, in dem wir all unseren vergossenen Schweiß herunterspülten. Die nächsten Vulkane können sich auf uns freuen: WIR KOMMEN!!!

Unser zweiter, weit weniger spektakulärer Ausflug verschlug uns schließlich ins 20 km entfernte Las Penitas – ein Ort unmittelbar an der Pazifikküste gelegen, mit endlosen schwarzen Stränden und  mannshohen Wellen. Zwei Tage lang entspannten wir also bei Bücher lesen, gelegentlichen Spaziergängen und „wagemutigen“ Duellen gegen die Wellen. Der Strömung in diesem Teil des Pazifiks sind in der Vergangenheit schon einige Menschen zum Opfer gefallen, also nicht zu unterschätzen. Entspannung war das Ziel und eigentlich hatten wir es auch ganz gut umgesetzt, bis Andrea mit leichtem Fieber zuhause gepflegt werden musste. Ihrer Meinung ganz klares Anzeichen von Malaria. Mal gucken, was die Zeit bringt…

Aus León grüßt Dr. Zimdahl

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5 Antworten zu Leóns Umland

  1. Katharina schreibt:

    Wow, das hört sich ja sehr abenteuerlich an! Mensch Andrea, hoffe dir gehts schon wieder besser!

  2. Iddy schreibt:

    Selbstdiagnose gestellt: Malaria ist es nicht. (Sagt auch der von uns aufgesuchte Arzt) Patient geht’s besser. Vielleicht ist es aber Dengue-Fieber. Morgens gibst mehr Infos nach Analyse von Blut und Pippi.

  3. Iddy schreibt:

    Gute Neuigkeiten von der Front: Dengue wurde auch ausgeschlossen. Jetzt bleibt nur noch abwarten und Tee trinken. Aber sterben wird unsere Andrea nicht…

  4. Katharina schreibt:

    Na, davon geh ich jetzt mal aus!!
    Gute Pflege bekommt sie ja sicher 🙂 Weiterhin noch gute Besserung und einen dicken Knutscha ans Krankenlager******

  5. Alex & Danny schreibt:

    Gute Besserung auch von uns :))

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