Dschungeltour

Angekommen in Iquitos wurden wir mitten in der Nacht von Willy und seinem Bruder abgeholt und in einer Nussschale zu unserem Schlafplatz, mitten im Amazonasgebiet gebracht. Wer sind wir: die Studententruppe aus Lima und wir beide. Um ehrlich zu sein, haben wir uns heimlich in die Truppe eingeschlichen. Die hatten für eine 3-Tages-Tour einen unvergleichlich günstigen Preis rausgeschlagen (ca. 50 € statt 500-1000 € wie im Reiseführer angedroht). Manchmal muss man einfach dreist sein…Was heißt dreist, wir haben gebettelt mitkommen zu dürfen.

Am Camp angekommen, wurden wir mit einem herrlichen Essen begrüßt. Außer Schlafen blieb aber für diesen Tag nichts mehr. In der Früh haben wir dann eine kleine Nussschalenbootstour unternommen, um einige Vögel zu beobachten. Danach ging es in Richtung Reservat mit Zwischenstopp auf einem Markt. Sven und eine andere Deutsche gönnten sich noch schnell einen Grill-Maden-Snack und ab ging es zum Abenteuer Dschungel. Die Wasserwege waren schon vielversprechend: viele bunte Vögel und viel Grillengeschrei. Ausgesetzt zum Mittagessen mussten wir nun zu Fuß weiter. Durch Schlammtiefen kämpften wir uns zu unserem Camp vor. Im heißen Dunst hatten nicht nur wir keine Lust uns zu ,sondern auch die umliegenden Tiere. Gut wir hatten ja noch den Abend und den nächsten Tag.

Unsere Guides bauten in Windeseile aus ein paar Zelten, etwas Plane und ein paar Stöckern ein recht bequemes Zeltlager auf. Derweil konnten wir im pullerwarmen Seewasser baden. Auf die Frage, ob es denn Piranhas gäbe, meinte der Willy nur: wenn ihr schwimmt nicht, sonst schon. Aha, ich war somit auch nur einmal drinnen.

Alles was nach dem Sonnenuntergang passierte, lief irgendwie nicht nach meinem gesetzten Plan ab. Denn ein Teil der Truppe nahm an einer Ayahuasca-Zeremonie teil. Klingt hochspannend. Was sich dahinter verbirgt, müsst ihr unbedingt bei Svens Bericht nachlesen. Es verspricht Kopfschütteln und irgendwie auch Spaß sowie Ekel. Naja wegen Faulheit der Übriggebliebenen fiel die Nachtwanderung aus. Ausnahmsweise war ich mal die einzige, die gehen wollte…Also wieder keine Tiere.

Nach einer überaus komischen Nacht kam die Truppe auf Grund der Zeremonie-Nachwirkungen nicht in die Gänge. Eh wir loskamen, waren alle Tiere wieder schön in ihren Verstecken. Meine Laune konnte ich nur durch mein Angelglück einigermaßen aufrecht erhalten. Ja, ich habe mein Talent gefunden: gebt mit einen Stock, eine Schnur, einen Haken, etwas Köder und ca. 10 Minuten Zeit und ich fang euch einen köstlichen Piranha. Ich habe 26 Jahre gebraucht, um nun endlich mein persönliches Talent zu entdecken. Dass es Angeln wird, hätte ich nicht gedacht, aber so kann ich wenigstens auf meine Art zum Lebensunterhalt beitragen. 5 von 7 gefangenen Fischen: wo sind die Beifallsstürme?

So ging es dann nach dem Auskatern zurück zum Boot, ohne auch nur ein Tier zu sehen. Aber Willy hieße nicht Willy, wenn er nicht noch eine fragwürdige Tierrettungsstation aus dem Ärmel ziehen könnte. So sah ich dann doch noch meine Papageien, Aras, Affen, Nasenbären, urzeitliche Schildkröten (sie sahen eher aus, als ob man ihnen auf den Kopf getreten ist) und eine Anaconda. Ach fast vergessen, es gab noch Trinken aus den Stämmen von Bäumen und viel Schlamm auf dem Weg zurück.

Also Tierbilanz gesehen im tiefen Dschungel: geangelter Piranha und ein paar Vögel. Tja, vielleicht war es etwas zu naiv eine Dschungeltour mit 18 Leuten zu machen und dann zu hoffen, dass da noch ein Affe ruhig sitzen bleibt.

Der Modder-Bade-Spaß im Amazonas bei Sonnenuntergang war dann somit das abschließende Highlight dieser lehrreichen und es-lief-nicht-ganz-so-wie-geplanten Tour durch den tropischen Amazonas.

Andrea

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