Lima

Lima: es fällt mir schwer, euch diese Stadt näher zu bringen. Denn diese Stadt weckt in mir blanken Zwiespalt. In der peruanischen Hauptstadt leben im Stadtbereich fast 8 Mio. Menschen. 1951 waren es lediglich 835.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 8.429 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Pro Jahr fällt hier gesamt nur 13 mm Regen, da Lima zur Küstenwüste Perus gehört. Auch hier der Berlinvergleich: pro Jahr fällt 570,9 mm Regen auf die Straßen unserer Hauptstadt. Somit umgibt Lima eine dauernde Staubglocke, die den Dreck auf die Häuser legt. Die Stadtväter scheinen den kolonialen Glanz einfach so dahin gammeln zu lassen. Es ist schwer sich hier wohl zu fühlen. Und dennoch haben wir in Lima zwei der schönsten Plätze auf unserer Reise bisher gesehen. Die Linse unseres Fotoapparates wollte nicht mehr stillstehen. Die Architektur war so beeindruckend und unglaublich faszinierend. Chaos und Schönheit liegen in Lima so dicht nebeneinander, dass es schwer ist, zu realisieren, dass dies der gleiche Ort ist.

Dadurch das in Lima die Kluft zwischen arm und reich so groß ist, hat sich eine bedrückende Kriminalität entwickelt, dass man sich drei mal überlegen muss, in ein Taxi einzusteigen, weil man Angst haben muss, dass der Taxifahrer mit räuberischen Banden zusammen arbeitet. Und dennoch haben wir hier so viele wunderbare Leute kennengelernt: unser Ibarra-Schwestern, bei denen wir im 14. Stock eine Unterkunft fanden, Schülergruppen die uns interviewten, unsere Studententruppe, die wir zu Halloween besuchten. Eine weitere kleine Anekdote, die beschreibt, was ich meine: ein kleiner, alter Mann stellte sich direkt vor Sven hin, schaute langsam hoch, grinste und sagte langsam in seinem gebrochenen Englisch: don’t grow more (wachs nicht weiter). Noch eine

In dem Haus in dem wir gewohnt haben, gab es stundenweise kein Wasser und der Fahrstuhl lief auch nur zu bestimmten Stunden. Lima schafft es nicht, die Wasser- und Abwasserleitung in einigen Stadtgebieten auf einen relativ neuen Stand zu bringen, ist aber Delikatessenhauptstadt Perus. Hier haben wir das beste Eis seit unserem Rom-Urlaub gegessen.

Wie passt das alles denn zusammen? Lima ist schrecklich und doch schön, gefährlich und doch herzlich, arm und reich zugleich, dreckige Hauptstadt und doch ist die koloniale Innenstadt UNESCO-Weltkulturerbe. Lima ist wie Two-Face aus Batman. Man weiß nur leider nicht was überwiegt.

Andrea

PS: Eine kleine Geschichte zur Statue Madre Patria. Mit der Anweisung, der Dame eine Krone aus Flammen aufzusetzen, in Spanien in Auftrag gegeben, dachte offensichtlich niemand an die Doppelbedeutung des spanischen Wortes für „Flamme“ (llama), und so platzierten die unglückseligen Arbeiter pflichtschuldig ein entzücktendes, kleines Lama auf dem Kopf der Statue. Ende

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Eine Antwort zu Lima

  1. Katharina schreibt:

    Alter Schwede, seht ihr heiß aus – Ich hau mich wech *lol*!!

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