Auckland

Viele Neuseelandreisende berichteten uns, dass Auckland nur eine von diesen unschönen Großstädten ist, die man weltweit so oft findet. So hatten wir eigentlich gar keine Lust, dort einen Zwischenstopp zu machen. Da wir aber das Rugby-Nationalspiel Neuseeland gegen Frankreich sehen wollten, sollte es wohl nicht zu verhindern sein. Als wir jedoch ankamen, wussten wir gar nicht, was alle hatten. Irgendwie ist Auckland wie eine weitere kleine Stadt in Neuseeland, nur will das kleine Dörfchen nicht enden. Gut, es gibt auch einen Stadtkern, aber der ist auch irgendwie eine saubere und ruhige Miniausgabe einer Weltmetropole.

Am Abend des Spiels waren wir schon aufgeregt, endlich den berühmten HAKA zu sehen. Tausende ströhmten zum Stadion, unter ihnen auch viele Franzosen. Keine Ahnung aus welchen Löchern die alle herkamen, aber es waren verdammt viele. Dank Svens hervorragender Platzwahl saßen wir fast auf dem Spielfeld und konnten alles aus nächster Nähe betrachten. Bei den Hymnen stand dann ganze Stadion. Auf dem Bildschirm konnten wir den Text der Lieder verfolgen. Bei der französischen Nationalhymne musste ich mich wirklich zusammenreißen, nicht mitzusingen. Zu meiner Verteidigung, die Marseillaise ist wirklich schön und bei dem Teil mit ‚…Formez vos bataillons, Marchons, marchons!…‘ würde man schon gerne mit voller Brust mitsingen. Das habe ich dann einfach bei der neuseeländischen nachgeholt. Diese besitzt einen maori- und einen englischen Teil. Wenn ich bei Maori noch Probleme hatte, konnte ich dann endlich beim englischen aus voller Kehle mitgesingen. Ich weiß nicht, ob das sehr patriotisch der deutschen Hymne gegenüber war, aber nehmt es mir nicht übel, ich wollte auch mal eine Hymne singen, die nicht nach einem Trauermarsch klingt… Ich hoffe nach diesen Worten darf ich noch in Deutschland einreisen.

Aber um meine Einreise brauchen wir uns ja noch nicht kümmern. Danach kam dann eigentlich auch das coolste am ganzen Spiel: der HAKA. Das ist der Kriegstanz der Maori und seit Jahren Kult der All Blacks (neuseeländische Nationalteam). Wer nicht weiß, was das ist, einfach mal bei You Tube eintippen. Das eigentlich Spiel war zwar spannend, aber die Fankultur lässt wirklich zu wünschen übrig: keine Lieder oder auch kein Kampfgebrüll, nichts. Nur wenn Punkte gemacht wurden, wurde mal gejubelt, obwohl dort die paar Franzosen auch irgendwie lauten klangen als das ganze Stadion voller Neuseeländer. Dennoch haben die All Blacks gewonnen, was dem Abend die Krone aufsetzte, denn die Franzosen haben verloren.

Am nächsten Tag besuchten wir dann den Hafen in Auckland und mussten bald unsere Kinnlade wieder an den Ausgangspunkt bringen, denn das Wasser im Hafen war so klar, dass man meinen könnte, auf einer einsamen tropischen Insel zu sein und nicht in einer Metropole. Bei meiner Wal- und Delphintour erfuhr ich dann, dass Auckland einer der wenigen beziehungsweise der einzige Hafen der Welt mit einem solchen sauberen Wassermilieu ist. Hier kann eine Flora und Fauna gedeihen, die in anderen Häfen undenkbar wären. So mussten wir auch nicht lange nach Delphinschulen suchen, sondern fanden auch gleich dutzende von ihnen. Wir konnten sie beim Jagen beobachten und so manche folgten dann auch unserem Boot. Stundenlang beobachteten wir sie und ich lernte unheimlich viel über das marine Leben Neuseelands. Einen Wal haben wir auch gesichtet, aber dieser war etwas schüchtern und wollte sich nicht so richtig zeigen. Dennoch ein großartiges Erlebnis diesen Tieren so nah zu sein, ohne dass sie sich belästigt fühlten. Ganz im Gegenteil: sie schienen es zu genießen im Bugwasser unseres Katamarans zu schwimmen.

So bleibt uns Auckland also in guter Erinnerung, denn wo kann man denn mal ein so großes Dorf finden.

Andrea

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