Christchurch II

Dass wir in Neuseeland arbeiten gehen wollen, das stand schon länger fest. Aber wie schwierig es werden würde, davor hat unser keiner gewarnt. Da wir uns ja nun schon einigen Monaten im Ausland befinden (darunter in Tuberkulose-gefährdeten Regionen), mussten wir uns medizinisch untersuchen lassen (inkl. Bluttest, Röntgen) und dafür einen stolzen Preis bezahlen – zusätzlich zur normalen Gebühr für die Bewerbung des Arbeitsvisums.

Und als wenn das nicht genug wäre, gestaltete sich die eigentliche Jobsuche auch nicht vielversprechender. Wir hatten uns ja vorgenommen, beim Wiederaufbau der Stadt mitzuhelfen, aber aufgrund fehlender Mobilität war auch das nicht möglich. Aber schlussendlich hatte ich dennoch Glück und arbeitete zumindest für 1 Woche in einer Marketingfirma und verkaufte als „independent commission agent“ (unabhängiger Kommissionsverkäufer) Sponsorenverträge für die Wohltätigkeitsorganisation „WorldVision“ – der 2. größten der Welt. Und so tingelte ich Tag für Tag durch die Straßen Christchurchs und putzte Klinken… Kein so angenehmer Job, wenn es schon als Erfolg gilt, dass man bei 100 Häusern, die man besucht hat, einen Käufer gefunden hat. Da wir jedoch auf ein festes Einkommen angewiesen sind, hab ich den Job erstmal auf Eis gelegt, auch wenn mir der Chef für seinen Aucklander Filialie ein Angebot mit Festgehalt plus Kommission gemacht haben. Schaun wir also mal, vielleicht verbringen wir die nächsten Wochen auch mit Früchte pflücken..

Kurz bevor Andrea’s Eltern einflogen, hatten wir noch die Möglichkeit, Christchurch weiter zu erkunden. Besuche des Willowbank Wildlife Reserve, inklusive Beobachtung des nachtaktiven Kiwis (seines Zeichens Nationalvogel des Landes), und unser erstes Rugbyspiel standen somit auf dem Programm. Neuseeland ist in diesem Sport führend und man merkt sofort, welche Begeisterung sie für das körperlichste aller Ballsport aufbringen. Und so waren wir beide beeindruckt von den Männer, die man allesamt als „Eichen“ hätte beschreiben können. Und so fällten die Canterbury Crusaders mit einem 55:20 ihren südafrikanischen Gegner – die Southern Kings.

Zu meiner Freude kamen außerdem noch aus weiter Ferne 4 gutbekannte Gesichter. Die beiden Stendaler Jungs Fabi & René (aka. Moppi, der eigentlich Klädener ist, aber das zählt als Eingemeindung) zusammen mit ihren besseren Hälften Moni & Anke nach Neuseeland, bevor es weiter zu einer Hochzeit nach Australien ging. Und so trafen wir uns am ersten und letzten Tag ihrer Reise, tranken das ein oder andere Bier, aßen lecker Lamm- und Rinderfleisch und schwupps war wieder ein bisschen Heimat auf unserer Reise vertreten. Danke noch mal an dieser Stelle, war schön mit euch.

Und da wir ja bekanntlich nicht jünger werden, jährte sich auch Andrea’s Jahrestag. Wir beschlossen daher, dieses Jahr mal was anderes zu machen und gleichzeitig Motivation für ein bisschen sportlich Betätigung zu erhaschen. Also schrieben wir uns für den 14km-Wohltätigkeitslauf „City2Surf“ ein und trainierten ein paar Mal vorher für diesen großen Moment. Schließlich kamen wir zusammen mit tausenden anderer mit einer Zeit von 1:24:40 an. Mit uns das Ziel erreichten viele Geher, unzählige Verkleidete inkl. einem Ganzkörperschlumpf, Väter mit Kinderwägen und viele mehr. Zum Abschluss des Tages nutzten wir unsere Freikarten für den Ferrymead Heritage Park und schlenderten durch ein historisches Dorf mit Dampflok, Druckerei und Gefängnis.

Sven

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