Moskau

„Moskau –
Fremd und geheimnisvoll
Türme aus rotem Gold
Kalt wie das Eis“

Das selbstgebaute Bild Moskaus in meinem Kopf enthielt verdammt viele Nataschas, Brunnen aus Wodka und Menschen, die den Kosakentanz morgens bis abends tanzen. Vielleicht verschuldet durch das allseits bekannte Moskau-Lied. Doch Moskau zeigte sich in seiner trotz spätherbstlichen Stimmung immer noch in einem prächtigen Gewand. Weniger Russisch als gedacht und doch mit einem besonderen Charme. Hier waren wir zum ersten Mal auf unserer Reise keine Fremden. Ganz selbstverständlich wurden wir auf russisch angesprochen, ob wir wüssten wo die Metro ist, wie die Ticketschalter funktionieren oder ob wir noch Brot möchten. Natürlich fiel spätestens unsere Tarnung hier auf, aber dennoch gingen wir einfach im Gewimmel unter. Ein tolles Gefühl.

„Moskau –
Doch wer dich wirklich kennt
Der weiß ein Feuer brennt
In dir so heiß“

Im leichten Regen erkundeten wir in den nächsten Tage die Stadt. Besonders der Rote Platz mit Kreml und der berühmten Basilius-Kathedrale sowie dem bekannten GUM Kaufhaus hinterließen ihren Eindruck. Mit seinen Prachtbauten, den verziehten Bürgerhäusern und den immer noch vorherrschenden Sowjetikonen waren die Entdeckungstouren eine unglaubliche Freude. Für mich ist diese Stadt wohl eine der schönsten auf unserer Reise. Mit einem Charakter, der selten in Städten zu finden ist, reihten sich herrliche Cafés, unzählige Theater und zwiebeltürme-tragende Kirchen aneinander. Nicht zu vergessen: der alte Lenin, der an jeder Ecke zu stehen scheint.

„Moskau –
Alt und auch jung zugleich
In aller Ewigkeit
Stehst du noch da“

Weiteres Prestigeobjekt sind zahreiche Metrostationen. Wir haben nicht herausgefunden, warum man gerade soviel Geld in Metrostationen steckt, aber so war es ein günstiger und aktiver Museumsbesuch, sich die jeweiligen Stationen anzuschauen. Sie erzählen von den Helden der Sowjetunion, der Ukrainisch-Russischen Freundschaft oder den Siegen in Weißrussland. Überall Mamor, Kronleuchter und Bronzestatuen, die teilweise sogar als Glücksbringer von den Metroreisenden poliert werden. Moskau ist eben anders.

„Moskau –
Dein Herz schlägt stark und warm
Es schlägt für Reich und Arm
In dieser Stadt“

Das Moskau nicht immer das verspricht, was der Reiseführer uns erzählte, konnte uns oft nur verwundern. So besuchten wir mit einer Freundin von Sven (Maria, die er in Finnland kennengelernt hatte) die Tretjakow-Galerie, wo Marc Chagall drauf stand, aber kein Marc Chagall drin war. Zumindest konnte ich die gebürtige Zerbsterin Katharina die Große auf einem Gemälde bewundern. Hat ja auch was.
Der angeblichen Disneyland Verschnitt des Ismailowo-Kremls versprach großes Vergnügen, konnte aber nur eine etwas vereinsamte Bretter-Attraktion halten. Und so endeten oft unsere Entdeckungstouren in einem Kopfschütteln.
Meist waren es dann die kleinen Dinge, die mich so begeisterten: Künstler, die ihre Gemälde in einer Straßenunterführung ausstellten und verkauften, ein Lebensmittelgeschäft mit besonderem Flair, Sonnenschein an angeblichen Regentagen, riesen Matroschken in einem Shoppingcenter…

„Moskau –
Tor zur Vergangenheit
Spiegel der Zarenzeit
Rot wie das Blut“

Moskau ist mit seinen 15 Millionen Einwohnern eine wirkliche Metropole. Lebendig, schön und unbedingt eine Reise wert. Die wilden Sowjetzeiten sind sicher schon lange vorbei, aber man erkennt immer noch den Charme der Alt-Russen. Nur vielleicht als kleiner Tipp: der Sommer ist vielleicht besser für eine Städtetour geeignet als der Spätherbst.

Andrea

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