Siem Reap & die Tempel von Angkor

Schon Johann Wolfgang von Goethe sagte: „Gespannte Erwartung wird selten befriedigt“. Der Mensch neigt leider viel zu oft zu Superlativen. Die höchstgelegene Hauptstadt und der höchstgelegene See,  der beeindruckenste Gletscher, der größte Salzsee, die größte Pinguinkolonie außerhalb der Antarktis u.v.m. – vieles davon durften wir mit eigenen Augen bewundern. Und wir waren beeindruckt. Nur führen fremdgeschürte Erwartungen leider nicht immer dazu, dass das Verlangen nach immer größeren, schöneren und überhaupt besten Sehenswürdigkeiten gestillt werden kann. Angkor Wat gilt als das Nonplusultra der Tempel weltweit. Aufgrund dieser Behauptungen hatten wir unseren Reiseplan nochmals umgestellt und waren doch noch nach Kambodscha gereist. Jeden, absolut jeden, den wir getroffen hatten, schwärmte uns von diesen einmaligen Anlagen vor.

Zeit, sich selbst in Bild davon zu machen, ob Angkor Wat diesen Ansprüchen auch gerecht werden  kann. Wir mieteten uns für einen halben Tag einen Tuk-Tuk-Fahrer und besuchten das riesige Gelände, das unter anderem auch Ta Phrom, den Tomb Raider Tempel, enthielt. Unser Reiseführer empfielt für die Besichtigung der Tempelanlagen geschlagene drei Tage. Wir waren nach 4-5 Stunden zurück, und waren mehr als gerädert. Man mag es der Reisemüdigkeit zuschreiben, aber zu Begeisterungssprüngen hat der Ausflug uns nicht hingerissen. Sicherlich, Angkor Wat ist das größte religiöse Gebäude der Welt, und wird zudem auch heute noch aktiv genutzt, aber als „Himmel auf Erden“ (Lonely Planet) würde ich Angor Wat nicht bezeichnen. Reiseführer verdienen sich das Geld mit Superlativen, dessen sind wir uns schon seit einiger Zeit bewusst. Es ist wie verhext, es scheint, dass wir beide immer die exakt entgegensetzte Meinung vertreten wie andere Reisende oder Reiseführer. Mandalay in Myanmar im Positiven, und die Isla de Ballestas in Peru im Negativen, haben uns gezeigt, dass man sich am Besten selbst ein Bild machen sollte – das Geschwätz der anderen ist eh von gestern.

Und so ist es dann auch mit den Erwartungen: sie können irgendwann nicht mehr befriedigt werden. Leider wird man dann vielen Sachen nicht mehr in dem Maße gerecht, wie sie es sich verdient hätten. An dieser Stelle müssen wir uns schließlich eingestehen: es wird Zeit, dass wir zurück nach Hause kommen und unser Reiseakku wieder nach und nach aufgeladen werden kann. Dennoch: die Tempelanlagen sind schön, werden gut gepflegt und sind abwechslungsreich, nur diesen Hype, den können wir nicht nachvollziehen.

Ach übrigens… Siem Reap kann nicht nur mit den Tempeln von Angkor aufwarten. Die lebendige Stadt ist ein Sammelsurium an lokalen und internationalen Globetrottern. Lebendig frisch, mit einem Haufen an Ausflugsmöglichkeiten und ein Shopping-Paradies vor dem Herrn. Wir lebten weiter auf Sparflamme, konnten uns dank unglaublicher Hotelpreise dennoch einen Pool gönnen, und schafften es nur noch, unseren heiß ersehnten Kochkurs zu belegen. Bei mir gibts jetzt nur noch Frühlingsrollen und rotes Curry!!! Hhhhmmm Yummmy…

Sven

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