Pulau Langkawi

Der Besuch auf Langkawi sollte für mich und mein kleines Bäuchlein eine grausame und brutale Voraugenstellung werden, was ich alles nicht mehr darf. Unser Hostel, das sehr sympathisch, aber auch etwas chaotisch verranzt war, sollte dabei die Hauptrolle spielen. Bald lernten wir den Verwalter Sam kennen, der die Ausmaße eines Maori hatte und die Seele der Malaien in sich trug. Kein Wunder, denn der Vater war Maori und die Mutter halb chinesisch, halb malaiisch. Dieser Mann sollte mein Folterknecht werden. Er erzählt uns stolz, dass hier das Bier steuerfrei wäre und nur umgerechnet 0,75 € kosten würde (ich äußerlich lächelnd, innerlich „Yeahhh“). Ach und wir heute Abend doch ein Trinkspiel machen könnten (ich innerlich „Yeahhh, ein Trinkspiel mit steuerfreien Alkoholika“). Wenn wir wollen, könnte er uns Sushi besorgen (ich „Yeahhh, roher Fisch“). Morgen könnten wir dann eine Mangroventour mitmachen, und an den schönsten Stränden baden und schnorcheln (ich „Yeahhhhh, das wird ja immer besser“, äußerlich war mein Lächeln bereits nur noch eine eingefrorene Grimasse). Zum Schluss schien er sich aber unbewusst mit mir versöhnen zu wollen und schlug vor, dass wir auch gerne mit ihm fischen könnten (diesmal kam das „Yeah“ sehr schnell und laut aus mir heraus, denn jetzt sprachen wir endlich eine Sprache).

Abends versammelten sich alle aus dem Hostel ungezwungen zu einem gemeinsamen Umtrunk und ich versuchte zwischen den ganzen Bierdosen mit meinem Ananassaft nicht zu sehr aufzufallen und gekonnt den Rauchschwaden auszuweichen. Es war eine wirklich schöne und ungezwungene Atmosphäre. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus Fremden eine illustre Gruppe von Mitreisenden. Am nächsten Tag stand dann der gemeinsame Ausflug an. 14 unserer neuen Bekannten drängelten sich am viel zu frühen Morgen in den viel zu kleinen Van. Die Gruppe bestand aus Sam, drei höflichen Engländern, zwei quirligen holländischen Schwestern, drei verrückten Österreichern und mittendrin saßen wir. Ein iranisch-französisches Pärchen, was sich seit unglaublichen vier Tagen kannte, seilte sich schon am ersten Strand ab. Unzählige Stopps später, wir vermuteten, dass wir an jeder Tankstelle von Langkawi angehalten hatten, kamen wir endlich bei dem versprochenen Bootsanleger an. Nun ging es durch Mangroven, zu Adlerkolonien, stinkenden Fledermausgrotten und vorbei an unzähligen Affenbanden. Wusstet ihr das Affen schwimmen und tauchen können? Tja ich auch nicht, aber was tut man nicht alles für eine Erdnuss. Als sich dann alle zum Baden an den Strand aufmachten, blieb ich verstohlen im Boot mit Sam und dem Fahrer. Gemeinsam versuchten wir verzweifelt einen Fisch nur mit etwas Angelsehne, einem Angelhaken und jeder Menge Shrimps an Bord zu holen. Derweil machte sich Sam über mich lustig, wie ich doch mit meinem Angelversuch fleißig die Fische füttern würde. Aber bald mussten wir uns alle eingestehen, dass wir nur Fischfutter verteilten. Unsere Ausbeute waren dann drei Minifische.

Als wir die anderen wieder einsackten, waren die fast verhungert und die Bräune ging schon leicht in Röte über. Schleunigst machten wir uns zum schwimmenden Restaurant auf, wo der Fisch uns lebend präsentiert wurde und einige Minuten später dampfend auf unseren Tischen stand. Wir teilten uns fünf Fische zu elft (den riesen Maori nicht zu vergessen). Nur einer der höflichen Engländer meldete, dass er satt sei. Ich bildete mir ein, dass alle anderen gerne noch fünf Fische bestellt hätten, denn als der letzte gereicht wurde, hatte es fast schon etwas von gesittetem „Darüberherfallen“. Am Nachmittag war ein Bad im kühlen Fluss geplant. Als ich spätestens auch hier nicht im Wasser verschwand, hatte ich meine Deckung verloren. Jetzt war ich offiziell Partypuper!!!

Nach den lustigen Wasserspielchen, wo die Männer in der Runde zu kleinen Jungs wurden und sogar Haschen spielten, machten wir uns langsam zurück. Wie hielten an einem Essensmarkt und genossen die Leckereien am Strand bei Sonnenuntergang. Ein gelungener Tag.

Den Rest unseres Langkawi-Aufenthalt verbrachten Sven und ich hauptsächlich mit der Essenssuche, still den Elan unserer zwei Berliner bewundernd, die einen Einkaufstripp nach dem anderen hinter sich brachten. Thomas erarbeitete sich dabei nach und nach den Ruf des Verhandlungskünstlers und sackte so im Laufe des Trips ein neues T-Shirt nach dem anderen zu Schnäppchenpreisen ein.

Andrea

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