Hsipaw

Was macht ein Land aus? Was macht es so unvergesslich und besonders? Neuseeland hat eine unglaublich schöne Landschaft, Peru hat Machu Picchu, Italien verzaubert seine Besucher mit Pizza & Pasta. Aber Myanmar verzückt durch eine andere Kategorie von Sehenswürdigkeit – seine Menschen. Spätestens in Hsipaw, einem kleinen Bergdörfchen, dass touristisch unerschlossen ist, und nur auf den Sprung wartet, eine Hochburg für seine internationalen Gäste zu werden, haben mir gemerkt wie freundlich, höflich und teilweise putzig Burmesen sind. Jahre lang war das Land für Touristen unerreichbar, doch es öffnet sich mehr und mehr. Die Menschen, die sich teils unsicher, aber stets interessiert und aufgeschlossen zeigten, sind Myanmars größte Chance. Andere Länder in Südostasien wie Kambodscha oder Thailand kämpfen schon seit Längerem mit den Folgen des zunehmenden Ansturms von ausländischen Reisenden – Überfälle, Betrug oder Sextourismus sind traurige Begleiterscheinungen.

Und so verging keine Situation, in der uns in Hsipaw kein Lächeln entgegengebracht wurde. Wir blieben mehrere Nächte in Lily’s Guesthouse und Lily, die Besitzerin des Hotels, musste man aufgrund ihrer herzhaften Lache einfach ins Herz schließen. Es dauerte nicht lange, und wir kamen auch ins Gespräch mit anderen Hotelgästen. In deren Folge machten wir in den folgenden Tagen zwei Ausflüge ins Umland. Den einen Tag verbrachten wir auf dem Boot und erkundeten Ananas-Felder, Klöster und Dörfer des Shan-Staates. Getoppt wurde das Ganze allerdings von einer Wanderung, deren Ende wahrscheinlich noch Lange in meiner Erinnerung bleibt. Zusammen mit 3 Australiern, 2 Engländern, und einem Malawier (wohnhaft in England) stiegen wir über mehrere Stunden stetig hinauf in die Bergregionen, entlang von landwirtschaftlich genutzten Feldern, einsamen Siedlungen, beobachteten wir Einheimische bei der Teeernte, erfrischten uns an sprudelnden Wasserquellen, aßen lokale Delikatessen und scherzten mit unerschrockenen Kindern um die Ecke. Wir waren die Attraktion an diesem Tag!!! Aber der Höhepunkt folgte zum Schluß. Bevor wir von wilden Mopedfahrern, die anspruchsvolle, zum Teil extrem steile Strecke wieder zurückbefördert wurden, kamen wir in Kontakt mit kaum aus der Pubertät entwachsenen Mitgliedern des Shan-Militärs (die nichts mit dem so kritisierten staatlichen Militär zu tun haben). Gerade in der letzten Zeit gab es wiederholt religiös begründete Auseinandersetzungen in diesem Teil des Landes. Diese halbwüchsigen, mit Maschinengewehr bewaffneten, jungen Burschen trafen wir Bier und Whiskey trinkend in einer Dorfkneipe. Kurzentschlossen gesellten wir uns zu ihnen, kamen schnell ins Gespräch und am Ende tranken wir zusammen liquide Mutmacher für die wilde Fahrt zurück ins Tal. Achja, kleidungstechnisch waren die Jungs auf dem neuesten Stand. Ihre Socken zierten die Embleme vom FC Barcelona und dem AC Mailand…

Sven

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