Inle See

Reisemüdigkeit – so lautet das Motto dieses Eintrages, welches bisher noch nicht von uns behandelt wurde. Denn so richtig akut war diese Erscheinung, welche wahrscheinlich die meisten Langzeit-Reisenden früher oder später erwischt, bei uns bis zu diesem Tage nur zwei Mal. Reisemüdigkeit kann dabei in unterschiedlichen Zuständen auftreten. Uns erschien sie zuerst in Form von mangelnden Gesprächspartnern, als wir in der zweiten Hälfte unseres Aufenthaltes in Ecuador aus unerklärlichen Gründen nicht mit anderen Leuten ins Gespräch kamen. Danach wurde Reisemüdigkeit in der Tat zur physichen Bewährungsprobe. Der straffe Terminplan der letzten Wochen in Südamerika ließ uns kaum Zeit zum Luftholen, so dass wir den anschließenden Monat in Christchurch als seelische und körperliche Erholungsphase mehr als nötig hatten. Es reist sich halt anders, als wenn man 2 Wochen Pauschalurlaub bucht und soviel wie möglich in sich aufsaugen möchte. Und so haben sich unsere Ansichten über unsere Reiseart auch merklich verschoben. Wir „begnügen“ uns mit weniger Reisezielen und kosten diese lieber intensiver aus, als wir das vielleicht noch zu Beginn unserer Reise getan hätten. Es gibt einem schließlich auch ein besseres Gefühl dafür, wie Menschen in einer Region leben und wie sie ihr täglich Brot verdienen.

Nur… man kann es auch manchmal übertreiben. Der Inle See in Myanmars Osten ist berühmt für seine schwimmenden Gärten und Märkte. Wir machten also eine Bootstour mit dem Österreicher Matthias, und konnten dabei außerdem die doch sehr gewöhnungsbedürftige Fortbewegungsart der Fischer, die ihr Paddel mit einem Bein umklammerten, um ihre Hände frei zu haben, bewundern. Übrigens das wohl beliebteste Fotomotiv, wenn man nach dem Namen „Inle See“ googlelt. Alles Schwindel, denn die korbähnlichen Netze, die die Fischer auf diesen Bilder benutzten, sahen wir nur ein Mal und das bei einem Möchtegern-Fischer, der nur eine Fotogebühr abkassieren wollte. Aber die Tour war sehr interessant, was die vielen Besuche in Werkstätten (Silver-, Gold-, Hufschmied, Seidenstoffmanufaktur) rund um die ebenso „schwimmenden“ Dörfer noch verstärkten. Es ist wie in einer anderen Welt. Selten habe ich gesehen, dass sich Menschen die Natur in solch einem Maße zunutze machen. Diese Menschen haben es geschafft, ihre Agrarfelder auf schwimmenden Bambuskonstruktionen anzulegen – an Bewässerung mangelt es somit schon mal nicht.

So ein Auflug kann dan auch ziemlich anstrengend sein. Und so machten wir die nächsten Tage dann auch… richtig… NICHTS. Absolut gar nichts, außer Essen, Schlafen und Fernseh gucken. Für uns eine Besonderheit, haben wir doch so gut wie nie eine Flimmerkiste bei uns auf dem Zimmer. Über die Gründe unseres fehlenden Tatendrangs spekulieren wir immer noch, eine Theorie (zumindest für eine Seite unseres Duos) haben wir schon, aber dazu mehr in ein paar Tagen. Fazit: Wir haben einem weiteren Zustand von Reisemüdigkeit erreicht. Sein Name: pure Faulheit!!!

Sven

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