Mandalay

Hand hoch, wer hätte gewusst, dass die so oft besungene und in Büchern erwähnte „Road to Mandalay“ in Myanmar liegt! Wenn sich jetzt einer meldet: Streber!!! Also bis wir unseren ersten Reiseführer in der Hand hatten, hatten wir eigentlich keine Ahnung. Wir hatten sowieso von Myanmar keine Ahnung. Ich hatte im Fernsehen mal gehört, dass es schön sein soll. Tja so entstehen Reiserouten J. Ach für die ganz Schlauen: der Autor des Gedichts „Road to Mandalay“ (Rudyard Kipling) war eigentlich niemals in Mandalay. Er war lediglich einige Tage im Süden des Landes. Noch südlicher als Yangon. Hinweis für die, die Geographie abgewählt haben, Mandalay liegt weit nördlich von Yangon.

Zurück zum Thema: Von vielen Reisenden hatten wir gehört, dass Mandalay eher unattraktiv sein soll. Das sahen wir mal wieder nicht so. Es gab Gehwege, kaum Löcher im Boden und es war deutlich sauberer als Yangon. Da es vom Klima eher heiß und trocken war, muss man Yangon in der Monsunzeit aber etwas in Schutz nehmen. Nichtsdestotrotz konnten wir nichts entdecken, was uns stören könnte. Sicherlich hat der Tourismus die Stadt schon mehr im Griff, aber nichts im Vergleich zu Erzählungen von Orten in Thailand oder Kambodscha. Also alles im Rahmen. Und so scheuchte mich Sven von einer Attraktion zur nächsten. Zu Fuß in der prallen Sonne besichtigten wir alte Klöster, wunderschöne Pagoden – eine davon lag leider auch noch auf einem Berg – und das größte Buch der Welt. Man hat um eine Pagode ganz viele Lehrtafeln aus Marmor aufgestellt, so dass jeder Zugang zum heiligen Wissen des Buddhismus hat. Wir sahen viele Mönche, die ganz gewissenhaft manche Seiten studierten. Also selbst nach hunderten von Jahren ist das Wissen dieses Buches eine Quelle für die Wissenshungrigen.

Am darauf folgenden Tag musste auch Sven einsehen, dass die Sonne eine gnadenlose Reisegefährtin ist und wir mieteten uns einfach mal ein Taxi für die restlichen Besichtigungen. Luxus wird in Entwicklungsländern plötzlich bezahlbar. In diesem Fall war es auch gut so. Auch an diesem Tag besuchten wir wieder viele heilige Stätten und den wiederaufgebauten Palast der Stadt. Dieser wurde im zweiten Weltkrieg durch die Briten zerstört. Witziger weise wirkte der Palast, als ob er schon immer dort stand, dabei war er erst vor 20 Jahren neu erbaut bzw. an einigen Stellen restauriert worden. In Mandalay fällt es leicht, eine Zeitreise zu machen. Zurück zu Momenten als es noch ein burmesisches Imperium gab.

Unsere letzte Attraktion sollte die weltgrößte Teakbrücke sein. Von Reisenden für ihr Mystik geliebt, musste ich leider nur den Kopf schütteln. Ich hatte bei den Stickwörtern „Teak“ und „weltgrößte“ eine fantastische Brücke in meinem Kopf konstruiert und musste feststellen, dass alle Besucher einen Bretterverschlag von Brücke als unbedingt sehenswert einstuften. Bin ich ein Kulturbanause? Keine Ahnung, jedoch hätte ich mir diese Brücke gern gespart, zumal sie den Taxipreis in die Höhe trieb. Man musste beim Begehen sogar aufpassen, dass man nicht durch die Bohlen brach. Und einige Pfeiler hatten auch schon bessere Tage hinter sich, zumal ich sogar einen entdeckt hatte, der unten dünner war als oben!!! Wer war denn da bitte der Konstrukteur? Zumindest hatte Sven seine fotomotivische Freude. Ich setzte mich auf eine klapprige Bank und hoffte, dass ich nicht einbrechen würde…

Andrea

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