Singapur I

Singapur sollte unsere erste Station bei unserer Asienreise sein. Das war vielleicht auch ganz gut so, denn Singapur ist wie eine europäische Großstadt eingewickelt in asiatisches Gewand. Man kann es am ehesten mit London vergleichen, nur laufen noch mehr Inder, Chinesen und Malaien hier umher. Es ist heiß und riecht fischig, aber die Pingeligkeit was Sauberkeit angeht, haben sie wohl irgendwann von uns Deutschen geerbt.

Zehn Dinge, die das Wesen von Singapur aus unserer Sicht beschreiben:

1. Im Flughafengebäude gibt es einen Pool.

2. In der Metro gibt es eine Durchsagen: „Wenn sie eine auffällige Person sehen, melden sie es beim Zugpersonal.“ (Wir sind froh, dass das keiner bei uns Lausetouristen gemacht hat.)

3. In Bahnhöfen und in den Nahverkehrszügen muss man 1000$ Strafe fürs Rauchen bezahlen, und 500$ wenn man isst oder trinkt.

4. Es ist verboten Durian (die allseitsbeliebte Stinkefrucht) an öffentlichen Plätzen zu essen.

5. Kaugummis waren bis vor kurzem gesetzlich verboten.

6. Sven hat an einem Tag 4 Ferraris, einige Maseratis und unzählige Porsche gesehen – von Audi A8, Mercedes S-Klasse und 7er BMW mal ganz abgesehen

7. Mitten im Stadtgebiet gibt es einen Primärregenwald – einer von zwei weltweit.

8. Allein über jeder Metrostation befindet sich eine riesige Shoppingmall, dazwischen gibt es aber meist noch mindestens zwei weitere.

9. Die Amtssprache ist Englisch – mit Tamil, Thai, Malaiisch oder Chinesisch würde man aber bedeutet weiter kommen.

10. Eine nicht-funktionierende Rolltreppe kann großen Unmut in der Bevölkerung auslösen.

So haben wir Singapur kennen und mögen gelernt. An jeder Straßenecke bekommt man in sogenannten Hawker-Centern Essen aus ganz Asien geboten. Koreanisch, Indisch, Thai, Chinesisch, Japanisch, Vietnamesisch, Taiwanesisch, und, und, und… Niemand kocht in Singapur selbst, alle gehen hier essen. Die riesigen Essenshallen begeistern jeden, der asiatischen Essen liebt. Frisch gekocht und günstig wie eine Currybude in Berlin-Kreuzberg. Es lohnt sich schon alleine einen Abstecher nach Singapur zu machen und sich durch das Speiseangebot der Hawker-Center zu essen.

Doch Singapur bietet noch mehr als nur Essen. Im Botanischen Garten, der alleine schon einen Besuch wert ist, entdeckten wir den wohl schönsten Orchideengarten, den ich mir je hätte vorstellen können. Millionen von blühenden Pflanzen, in den schönsten Regenbogenfarben hat man hier gezüchtet und in den schönsten Ensembles platziert. Jeder Orchideenfan wäre hier in Tränen ausgebrochen. Selbst Sven, der Eisblock, verbindet mit dem Besuch Wörter wie „sehr schön“, „gepflegt“ und „hat mir gut gefallen“. Als wie im Hermitage in St. Petersburg waren, eine der größten Kunstausstellung der Welt mit Kunstwerken von van Gogh, Monet, Picasso, Pizarro und Michelangelo, fragte er mich gelangweilt nach 20 Minuten, ob er schon bitte gehen könnte, weil er gerne das Qualifikationsspiel Deutschland gegen Russland sehen würde. Beim Besuch der Orchideen konnte ich noch nicht einmal Nervosität, die stellt sich gerne bei uns in langweiligen Museen ein, bei ihm feststellen, obwohl ich gefühlt jede Blüte einzeln fotografiert habe. Ein Erfolg auf der Kultiviertheitsskala. Der nachfolgende Besuch der riesigen Einkaufsstraße Orchardroad, in der sich Läden von Chartier, Louis Vuitton und Prada abwechselnd die Kunden stehlen, fühlten wir uns dann eher wieder wie in einem Museum. Nervös machten wir uns ganz schnell davon und ließen den Konsum hinter uns.

Nach nur vier kurzen Tagen in Singapur verabschiedeten wir uns für drei Wochen nach Myanmar. Danach sollten wir aber weitere 10 Tage für weitere Entdeckungstouren durch die Stadt haben. Bei unserer Rückkehr hatten wir auch gleich Glück, denn im modernsten Viertel Marina Bay, hier stehen die ganzen Hochhäuser und das weltbekannte Hotel mit dem Schiff auf dem Dach, probte man für den baldigen Nationalfeiertag mit einem riesigen Feuerwerk und einer Lichtershow. Was für ein Willkommen. Da fühlt man sich doch gleich wohl und so gar nicht in Asien.

Andrea

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